Reiterlizenz in Österreich: Den Weg zur Prüfung im Herbst planen
Von der SportHorses.at-Redaktion
Wer im Herbst den Schritt in den österreichischen Turniersport vorbereiten möchte, sollte die Reiterlizenz nicht als bloßen Prüfungstermin betrachten: Entscheidend sind die passende Vorqualifikation, die Vereinszugehörigkeit, Theorie und die je nach Lizenz geforderten Teilprüfungen. Für Niederösterreich stehen im Oktober 2026 mehrere Sonderprüfungstermine im Kalender. Die undatierte Lizenzinformation des STPS dient zur Orientierung; die aktuellen Vorgaben sind vor einer Anmeldung beim zuständigen Landesfachverband zu bestätigen. Der NÖPS-Terminkalender und die Lizenzinformation des STPS sind gute Ausgangspunkte für die Planung.
Welche Lizenz soll ich überhaupt anpeilen?
Die erste Entscheidung betrifft nicht den Prüfungstag, sondern das Ziel. Die undatierte Information des Steirischen Pferdesportverbands unterscheidet die Reitlizenz R1 und die Dressurlizenz RD1. Für die R1 beschreibt sie Dressur und Springen als Teile der Sonderprüfung; bei der RD1 steht Dressur im Mittelpunkt. Wer künftig vielseitiger starten will, sollte die R1 nicht mit einer reinen Dressurlizenz verwechseln. Welche Startberechtigung für den konkreten Bewerb erforderlich ist, muss in der jeweiligen Ausschreibung und beim Verband aktuell geprüft werden. Der STPS beschreibt R1 und RD1 auf seiner Informationsseite.
Die dort dokumentierten Prüfungsaufgaben sind ein sinnvoller Trainingsmaßstab, aber keine Ersatzquelle für die aktuelle Ausschreibung. Für R1 führt der STPS in der Dressur R5 oder R6 nach Wahl des Reiters an; als bestanden nennt die Seite mindestens 6,2. Im Springen beschreibt sie eine Stilspringprüfung der Klasse A mit mindestens 6,0. Für RD1 nennt sie R6 und ebenfalls mindestens 6,2. Vor dem Antritt sind Aufgabe, Bewertung und Regelstand direkt beim Veranstalter oder Landesfachverband abzugleichen. Die Angaben finden sich in der STPS-Lizenzinformation.
Was muss vor der Anmeldung geklärt sein?
Die Reihenfolge schützt vor einem unnötigen Antritt. Auf seiner undatierten Informationsseite nennt der STPS für R1 oder RD1 den Besitz der ÖRN; für RD1 wird dort auch die ÖDRN genannt. Alternativ führt die Seite ÖJRA oder ÖRAB an. Sie nennt außerdem eine Frist von mindestens sechs Wochen, die Vollendung des zehnten Lebensjahres und die Mitgliedschaft in einem dem Landesfachverband angeschlossenen Verein. Da kein Datum der Seite angegeben ist, sollten Bewerber diese Voraussetzungen vor der Nennung beim zuständigen Landesfachverband verbindlich bestätigen lassen. Zur STPS-Information.
Für Reiterinnen und Reiter, die noch beim Reiterpass oder bei der Reiternadel stehen, ist das kein Nachteil, sondern ein guter Planungspunkt. Der Oberösterreichische Pferdesportverband beschreibt den Reiterpass als Nachweis, dass man ein Pferd im Gelände reiten kann und die entsprechenden Vorschriften beherrscht. Für die Reiternadel nennt der OOEPS unter anderem den Reiterpass seit wenigstens sechs Wochen. Daraus lässt sich für die Vorbereitung ableiten: zuerst die Abzeichenfolge und den Verein klären, dann einen Lizenztermin suchen und die gegenwärtigen Anforderungen rückbestätigen. Der OOEPS erklärt Reiterpass, Reiternadel und Lizenzweg.
Eine kurze Unterlagen- und Trainingsliste hilft, den Überblick zu behalten:
- Stammverein und zuständigen Landesfachverband festhalten;
- vorhandene Abzeichen sowie den Zeitpunkt ihres Erwerbs prüfen;
- beim Verband die derzeit zulässige Prüfungsart und Voraussetzungen erfragen;
- Theorie nach dem FENA-Lehrbuch Pferdesport und den Bestimmungen der ÖTO vorbereiten;
- Dressuraufgabe und, für R1, Stilspringen unter Prüfungsbedingungen mit Ausbilder oder Ausbilderin durchreiten;
- vor der Nennung beim Veranstalter Unterlagen, Fristen und die angebotene Lizenz abklären.
Die Theorie ist dabei kein Nebenschauplatz. Die STPS-Seite nennt eine mündliche oder schriftliche Prüfung nach dem FENA-Lehrbuch Pferdesport und den Bestimmungen der ÖTO sowie mindestens 70 Prozent richtig beantwortete Fragen als Bestehensmaßstab. Weil die Information undatiert ist, gilt auch hier: Lernstoff und konkrete Durchführung vor der Anmeldung beim Verband bestätigen lassen. Die Theorieangabe steht in der STPS-Lizenzinformation.
Welche Herbsttermine gibt es in Niederösterreich?
Für Reiter mit Stamm-Mitgliedschaft in Niederösterreich ist der Blick in den Terminplan besonders naheliegend. Der Niederösterreichische Pferdesportverband führt für Oktober 2026 mehrere Sonderprüfungen mit Lizenzangebot: am 4. Oktober beim Reitclub Schloß Trumau in Trumau, am 9. Oktober bei Schmidt-Gentner Reitstall/Team SGR in Maisbirbaum und am 10. Oktober beim Verein Wiesn Hopper in Purgstall. Diese Termine listet der NÖPS.
Weitere im Kalender ausgewiesene Möglichkeiten im selben Monat sind der 10. Oktober beim Reitclub Schloß Gurhof in Gansbach, der 23. Oktober beim Reit-, Fahr- und Voltigierverein St. Johann-Ternitz in Ternitz, der 24. Oktober beim URV GUT Hinterberg in Winklarn sowie der 30. Oktober beim Reitclub Gut Kronberg in Kronberg. Die Aufzählung ersetzt keine Anmeldung: Termine, angebotene Prüfungen und organisatorische Vorgaben sollten unmittelbar vor der Kontaktaufnahme nochmals beim Verband und Veranstalter geprüft werden. Die laufende NÖPS-Übersicht ist hier abrufbar.
Die STPS-Seite sagt, die Lizenzprüfung sei im Bundesland der Stamm-Mitgliedschaft abzulegen; für einen Antritt in einem anderen Bundesland nennt sie die Zustimmung des Landesfachverbands. Da diese Informationsseite kein Datum trägt, ist das keine Aussage zum aktuellen Regelstand. Wer einen NÖPS-Termin erwägt und nicht in Niederösterreich Stamm-Mitglied ist, sollte die Zuständigkeit vor einer Nennung direkt mit dem eigenen Landesfachverband klären. Zum Wortlaut der STPS-Information.
Kann ich die Lizenz auch über Turnierergebnisse erwerben?
Der STPS beschreibt auf seiner undatierten Seite neben der Sonderprüfung einen Weg über Turnierergebnisse nach positiver Theorie-Teilprüfung. Für R1 führt die Seite jeweils drei entsprechende Dressur- und Springerfolge innerhalb von drei Jahren an; für RD1 nennt sie sechs Dressurergebnisse. Auch hierfür gelten nach ihrem Wortlaut bestimmte Wertnoten und Klassen. Da der aktuelle Regelstand aus dieser Quelle nicht hervorgeht, sollte dieser Weg nur nach verbindlicher Auskunft des Landesfachverbands geplant werden. Die Details zum Erreiten am Turnierweg nennt der STPS.
Für Käufer oder Verkäufer eines Nachwuchspferdes ist die Lizenzplanung ebenfalls praktisch: Sie macht sichtbar, welche Aufgaben und welcher Ausbildungsrahmen als Nächstes anstehen können. Statt ein Pferd nur nach dem gewünschten Turnierbild auszuwählen, lässt sich die Entscheidung mit Probereiten, Ausbildungsstand und einem realistischen Prüfungsfahrplan verbinden. Wer sich außerdem mit den formalen Themen rund um Pferde beschäftigt, findet bei uns auch Hinweise zur Stutbuchaufnahme in Österreich und weitere Beiträge im Blog.
Häufige Fragen zur Reiterlizenz
Brauche ich für RD1 die ÖRN? Der STPS führt auf seiner undatierten Informationsseite für RD1 auch die ÖDRN an. Vor einer Anmeldung sollte der zuständige Landesfachverband die aktuell verlangte Vorqualifikation bestätigen. Zur STPS-Übersicht.
Kann ich einen Termin außerhalb meines Bundeslands wählen? Die undatierte STPS-Information nennt dafür die Zustimmung des Landesfachverbands. Bitte diese Frage vor der Nennung direkt mit dem eigenen Verband klären. Zum STPS-Wortlaut.
Wo finde ich einen Termin in Niederösterreich? Der NÖPS veröffentlicht Sonderprüfungen mit Datum, Uhrzeit, Verein und Ort in seinem Terminbereich. Zum NÖPS-Terminkalender.